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Die Geschichte des Kunststoffs

Kautschuk wurde von Forschern bereits im 17. und 18. Jahrhundert entdeckt und mit nach Deutschland gebracht. Auf Grundlage dieser Entdeckung entstand Mitte des 19. Jahrhunderts die Gummi-Industrie und gilt als der Beginn des Kunststoffzeitalters.

Im Jahr 1839 fand Charles Goodyear heraus, dass sich Kautschuk durch Hitzeeinwirkung und die Hinzunahme von Schwefel in Gummi verwandelt. Der Prozess der Vulkanisation war geboren. Im weiteren Entwicklungsprozess entdeckte er zudem das Hartgummi, welches heutzutage als Duroplast bekannt ist. Daraus wurden unter anderem Schmuckstücke und Teile von Telefonen hergestellt.

Die Entwicklung des Zelluloids, welches als der erste Thermoplast gilt, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von mehreren Chemikern vorangetrieben. Auf die Entwicklung der Schießbaumwolle folgte die Herstellung von Kollodium (elastische Häutchen), welches wiederum mit alkoholischer Kampferlösung zu Zelluloid verknetet wurde. Auch die Herstellung der ersten Viskosefaser fällt in diese Zeit.

Der erste richtige Kunststoff wurde 1870 von John Wesley Hyatt erfunden, als dieser auf der Suche nach einem Ersatzmaterial für die Herstellung von Billardkugeln war. Diese wurde bis zu dieser Zeit aus kostbarem Elfenbein hergestellt.

1872 beschrieb Adolf von Baeyer als erster die Polykondensation von Phenol und Formaldehyd.

Der deutsche Chemiker Fritz Hofmann patentierte 1909 den künstlichen Kautschuk Buna und legte damit den Grundstein für den ersten vollsynthetischen Reifen.

Der Chemiker Baekland entwickelte wenig später mit Bakelit den ersten synthetischen Duroplasten, der industriell in großen Mengen hergestellt werden konnte.

Auf Grundlage der zufälligen Entdeckung von PVC durch Victor Regnault gelingt Fritz Klatte 1912 die Erklärung dieses Polymerisationsvorgangs.

Als Begründer der Polymerchemie gilt der deutsche Chemiker und Nobelpreisträger Hermann Staudinger. Erst dieser ergründete 1917 die genaue langkettige Molekülstruktur von Kunststoffen. Bis zu diesem Zeitpunkt war man von einer kolloidalen Struktur ausgegangen. Durch diese Entdeckung konnte die Kunststoffindustrie bessere Herstellungsverfahren entwickeln und der Siegeszug des Kunststoffs begann.

Wurde 1950 weltweit gerade einmal eine Million Tonnen Kunststoff produziert, so überschritt 2002 die Kunststoffproduktion die Marke von 200 Millionen Tonnen pro Jahr.

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